Bocks-Dickfuß
cortinarius traganus
Der Bocks-Dickfuß (Cortinarius traganus) ist eine markante und faszinierende Pilzart aus der großen und vielfältigen Familie der Schleierlinge (Cortinariaceae). Bekannt für sein auffälliges Aussehen und seinen sehr ungewöhnlichen Geruch, ist dieser Pilz ein wichtiger Akteur in den Nadelwald-Ökosystemen der Nordhalbkugel. Er ist leicht an seiner anfänglich blasslila bis silbervioletten Farbe zu erkennen, die Waldböden wunderschön schmückt, obwohl er mit zunehmender Reife schnell in ein mattes Gelbbraun übergeht. Was diese Art jedoch wirklich auszeichnet, ist ihr berüchtigter Geruch. Der Pilz verströmt ein starkes, unangenehmes chemisches Aroma, das oft als Acetylengas, Ziegenbockschweiß oder faule Birnen beschrieben wird. Dieser stechende Geruch wirkt als natürliche Abschreckung gegen viele Pflanzenfresser im Wald. Unter seiner lila Haut ist das innere Fleisch des Bocks-Dickfußes überraschend safrangelb oder rostorange, was einen lebhaften Kontrast für Sammler schafft, die ihn aufschneiden. Obwohl er optisch fesselnd ist, ist dieser Pilz ungenießbar und leicht giftig und verursacht bei Verzehr Magen-Darm-Beschwerden. Er bildet lebenswichtige ektomykorrhizale Partnerschaften mit Nadelbäumen und unterstützt sie bei der Nährstoffaufnahme.
Lebensraum: Man findet ihn in Nadel- und Mischwäldern, besonders unter Fichten und Kiefern, auf sauren Böden.
Aussehen
Dieser Pilz hat einen gewölbten Hut mit einem Durchmesser von 4 bis 12 cm, der allmählich abflacht und eine gelbbraune Mitte entwickelt, während die Ränder blass lilaviolett bleiben. In jungen Jahren bedeckt ein blassvioletter, spinnwebenartiger Teilschleier (die Cortina) die Lamellen und hinterlässt später rostbraune Sporenreste auf dem dicken, knolligen Stiel. Die Lamellen an der Unterseite sind anfangs schmutzig safrangelb, bevor sie mit der Reifung der Sporen dunkel rostbraun werden. Sein robuster Stiel ist 5 bis 10 cm hoch und passt äußerlich zum violetten Farbton des Hutes, doch beim Aufschneiden zeigt sich ein dichtes, deutlich safrangelbes bis ockerbraunes Inneres.
Kategorie
PilzeSeltenheit
Common
Gefahr
1/5 · Sehr gering
Snaps
1
Interessante Fakten
Trotz seiner attraktiven lila-violetten Außenseite ist sein inneres Fleisch von einer überraschenden safrangelben oder rostbraunen Farbe.
Er gilt als leicht giftig oder ungenießbar und hat einen sehr bitteren Geschmack, der zu seinem unangenehmen Geruch passt.
Der Bocks-Dickfuß (Gassy Webcap) verdankt seinen gebräuchlichen Namen seinem stechenden, chemisch-süßlichen Geruch, der oft mit Leuchtgas, Acetylen oder faulen Birnen verglichen wird.
Besondere Fähigkeiten
Chemische Geruchsabwehr
Verströmt einen starken, unangenehmen Geruch, der an Acetylengas erinnert und viele potenzielle Pflanzenfresser vom Verzehr abhält.
Schutz durch Cortina-Schleier
Besitzt einen zarten, spinnwebenartigen Teilschleier, der die sich entwickelnden Lamellen und unreifen Sporen vor Schädlingen und Austrocknung schützt.
Mykorrhizaler Nährstoffaustausch
Baut ein hocheffizientes unterirdisches Netzwerk mit Nadelbaumwurzeln auf und tauscht Bodennährstoffe und Wasser gegen von den Bäumen produzierte Kohlenhydrate.
Maße und Details
- Länge
- 5-12 cm
- Gewicht
- 0.05-0.2 kg
Ernährung und Fütterung
Nimmt Kohlenhydrate und organische Zucker direkt von seinen symbiotischen Wirtsbäumen auf, im Austausch gegen Bodenmineralien und Wasser.
Hauptnahrung
- Kohlenhydrate vom Wirtsbaum
- Wasser
- Bodenstickstoff
- Phosphor
Nahrungssuche
- Symbiose
Ökologische Zusammenhänge

Gemeine Fichte
Picea abies
Geht eine mutualistische Ektomykorrhiza-Partnerschaft ein und tauscht Wasser und Bodennährstoffe gegen Baumzucker.

Waldkiefer
Pinus sylvestris
Dient als alternativer Wirtsbaum für Mykorrhiza-Verbindungen in nördlichen Kiefernwäldern.
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Pilzmücke
Mycetophila fungorum
Die Larven dieses Insekts graben sich in das Pilzfleisch des Fruchtkörpers und ernähren sich davon.
Merkmale
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Auch bekannt als
Noch keine Alternativnamen vorhanden.
Sammlungen
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Sicherheit
Gefahr
1/5 · Sehr gering
Noch keine besonderen Sicherheitshinweise.
Häufig gestellte Fragen
Wie identifiziert man Bocks-Dickfuß?
Der einfachste Weg, Bocks-Dickfuß zu bestimmen, ist die Verwendung der Naturführer-App Snappit.
Was ist der/die/das länge von Bocks-Dickfuß?
5-12 cm
Was ist der/die/das gewicht von Bocks-Dickfuß?
0.05-0.2 kg
Was frisst Bocks-Dickfuß?
Nimmt Kohlenhydrate und organische Zucker direkt von seinen symbiotischen Wirtsbäumen auf, im Austausch gegen Bodenmineralien und Wasser.
Wo findet man Bocks-Dickfuß normalerweise?
Man findet ihn in Nadel- und Mischwäldern, besonders unter Fichten und Kiefern, auf sauren Böden.
Wie jagt Bocks-Dickfuß?
Symbiose
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