
Weber-Karde
dipsacus sativus
Die Weber-Karde (Dipsacus sativus) ist eine außergewöhnliche zweijährige Pflanze, die für ihre einzigartige historische Rolle in der Textilindustrie berühmt ist. Ursprünglich in Eurasien beheimatet, ragt dieses stattliche Wildkraut mit seinen stacheligen Stängeln und den markanten zylindrischen Blütenköpfen, die mit steifen, zurückgebogenen Stacheln bedeckt sind, hoch auf. Im Gegensatz zu ihrer wilden Verwandten wurde die Weber-Karde gezielt wegen dieser hakenförmigen Deckblätter angebaut, die jahrhundertelang zum Aufrauen und Anheben des Flors von Wollstoffen verwendet wurden – ein Prozess, der als „Karden“ bekannt ist. Heute überlebt sie als Kulturflüchtling an gestörten Standorten, auf alten Feldern und an Straßenrändern und trägt eine reiche Geschichte in ihrer stacheligen Silhouette. Über ihren Nutzen für den Menschen hinaus ist die Pflanze ein faszinierendes ökologisches Forschungsobjekt. Ihre gegenständigen Blätter verwachsen am Stängel zu tiefen Bechern, die Regenwasser sammeln, Insekten fangen und eine wissenschaftliche Debatte darüber entfachen, ob es sich um eine protokarnivore Art handelt. Sie bleibt eine faszinierende Mischung aus historischer Landwirtschaft und botanischem Wunder.
Lebensraum: Man findet sie auf gestörten Böden, alten Weiden, an Straßenrändern und auf verlassenen Feldern, oft in der Nähe historischer Textilfabriken.
Aussehen
Diese robuste, stachelige zweijährige Pflanze kann bis zu 2 Meter hoch werden. Ihr markantestes Merkmal ist der dichte, eiförmige bis zylindrische Blütenkopf, der dicht mit blassvioletten oder rosig-weißen Blüten besetzt ist, die in einem Ring aufblühen. Um diese Köpfe herum befinden sich steife, nach unten gebogene Deckblätter, die sich nach hinten krümmen und sie von der Wilden Karde unterscheiden. Die Stängel sind tief gerillt und mit scharfen Stacheln besetzt. Ihre großen, lanzettlichen Blätter sind sitzend und wachsen gegenständig, wobei sie an der Stängelbasis verwachsen und auffällige wasserführende Becher bilden.

Kategorie
PflanzenSeltenheit
Common
Gefahr
1/5 · Sehr gering
Snaps
1
Interessante Fakten
Im 19. Jahrhundert wurden in Oregon und New York jährlich Millionen von Kardenköpfen angebaut, um die amerikanische Textilindustrie zu versorgen.
Metallmaschinen, die die Karden ersetzen sollten, zerrissen oft die Wolle, weshalb natürliche Kardenköpfe jahrhundertelang das bevorzugte Werkzeug zum Aufrauen des Stoffflors blieben.
Die wasserhaltenden Blattbecher können Insekten fangen und ertränken, was die andauernde Forschung anregt, ob die Pflanze protokarnivor ist.
Besondere Fähigkeiten
Zurückgebogene Hüllblätter mit Haken
Die steifen Hüllblätter an den Samenköpfen biegen sich nach hinten und bilden Haken – eine Anpassung, die historisch vom Menschen zum Kämmen von Wolle genutzt wurde und heute die Samenverbreitung durch Tiere unterstützt.
Blattbecher für Regenwasser
Gegenständige Blätter verwachsen um den Stängel zu tiefen Becken, die Wasser sammeln und möglicherweise krabbelnde Insekten am Nektarraub hindern oder Nährstoffe aus gefangenen Tieren aufnehmen.
Stachelige physikalische Abwehr
Stängel, Blätter und Blütenköpfe sind stark mit scharfen Stacheln bewehrt, die große Pflanzenfresser vom Fressen abhalten.
Maße und Details
- Länge
- 100-200 cm
- Lebenserwartung
- 2 Jahre
Ernährung und Fütterung
Als photoautotrophe Pflanze stellt die Weber-Karde ihre eigene Nahrung aus Sonnenlicht, Kohlendioxid, Wasser und wichtigen Bodennährstoffen her.
Hauptnahrung
- Sonnenlicht
- Wasser
- Kohlendioxid
- Bodenmineralien
Ökologische Zusammenhänge
Dunkle Erdhummel
Bombus terrestris
Besucht die rosig-violetten Blüten wegen ihres Nektars und ist ein wichtiger Bestäuber.
Schwarze Bohnenlaus
Aphis fabae
Ernährt sich vom Saft der jungen Stängel und Blätter, was die Pflanze schwächen kann.

Stieglitz
Carduelis carduelis
Ernährt sich im Spätherbst und Winter von den Samen, die in den stacheligen Blütenköpfen eingeschlossen sind.
Merkmale
Für dieses Objekt sind noch keine Merkmal-Badges vergeben.
Auch bekannt als
Noch keine Alternativnamen vorhanden.
Sammlungen
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Sicherheit
Gefahr
1/5 · Sehr gering
Noch keine besonderen Sicherheitshinweise.
Häufig gestellte Fragen
Wie identifiziert man Weber-Karde?
Der einfachste Weg, Weber-Karde zu bestimmen, ist die Verwendung der Naturführer-App Snappit.
Was ist der/die/das länge von Weber-Karde?
100-200 cm
Was ist der/die/das lebenserwartung von Weber-Karde?
2 Jahre
Was frisst Weber-Karde?
Als photoautotrophe Pflanze stellt die Weber-Karde ihre eigene Nahrung aus Sonnenlicht, Kohlendioxid, Wasser und wichtigen Bodennährstoffen her.
Wo findet man Weber-Karde normalerweise?
Man findet sie auf gestörten Böden, alten Weiden, an Straßenrändern und auf verlassenen Feldern, oft in der Nähe historischer Textilfabriken.
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Neueste Snaps
16.06.2026
Arastradero Preservei
Bildnachweis
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