Im Frankfurter Botanischen Garten könnt ihr auf überschaubarer Fläche entdecken, wie Pflanzen in Wäldern, Wiesen und Feuchtgebieten zusammenleben. Geht am Eingang Siesmayerstraße 72 hinein, bleibt zunächst am Teich stehen und sucht euch ein paar Lebensräume aus. Für die sieben Hektar lohnt sich ein langsamer Spaziergang mit Kamera, Lupe und Zeit zum Lesen der Pflanzenschilder.
Der Garten hat einen besonders engen Bezug zur Region. Seine Anlagen zeigen unter anderem Vegetation, wie sie auf der Schwanheimer Düne, am Berger Hang und auf den Basaltmagerrasen der Wetterau vorkommt. Schon bei einem kurzen Besuch gelangt ihr vom schattigen Buchenwald zur offenen Wiese und zu deutlich trockeneren Pflanzungen. Lasst Kinder überlegen, wo sich eine Pflanze mit breiten Blättern, ein niedriges Pflanzenpolster oder ein hohes Gras wohlfühlen könnte. Die Schilder helfen euch beim Nachschauen.
Am Teich könnt ihr euch Zeit lassen. Zwei Bäche speisen diesen bewusst angelegten Lebensraum. Schwimmblätter, aufrechte Röhrichtpflanzen und Uferstauden wachsen in unterschiedlichen Zonen. Bleibt auf dem Weg und vergleicht die Formen im Wasser mit denen am Rand. Im Sommer ragen die Blütenstände des Blutweiderichs empor. Wenn ihr eine Weile ruhig stehen bleibt, entdeckt ihr vielleicht auch Insektenbesuch.
Im Senckenbergischen Arzneipflanzengarten bekommt der Besuch eine andere Richtung. Seine 13 Hochbeete ordnen die Pflanzen nach ihrer Verwendung; eines widmet sich der Frankfurter Grünen Soße. Lest gemeinsam ein Schild und schaut, ob ihr die Pflanze aus der Küche wiedererkennt. Hier geht es ums Anschauen und Lernen: Lasst Blätter, Blüten, Früchte und Pilze dort, wo sie wachsen.
Jenseits des Teichs bringt das Alpinum Gebirgspflanzen ins Frankfurter Tiefland. Vergleicht die Bereiche mit Kalk- und Silikatgestein und achtet auf niedrigen Wuchs und Pflanzen in Felsspalten. Auch das Kalkflachmoor ist ein sorgfältig angelegter Lebensraum. Kleine Quellen schaffen dort Bedingungen, die bestimmte Feuchtgebietspflanzen brauchen. Solche Anlagen sind auf gärtnerisches Können angewiesen, auch wenn sie natürlich aussehen.
Die Stadt verwaltet diesen Garten gemeinsam mit dem Palmengarten; für euren Besuch sind es jedoch zwei getrennte Ziele. Schauhäuser und Spielbereiche des Palmengartens gehören zum benachbarten kostenpflichtigen Garten. Der Grüneburgpark ist ein eigener Park am östlichen Gartentor. Der heutige Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität liegt am Campus Riedberg. Mach mehr aus deinem Abenteuer: Lade die Snappit-App herunter, um einheimische Arten zu bestimmen.
Mit Johann Christian Senckenbergs Stiftung von 1763 begann die Geschichte des Gartens, zunächst mit einem starken Schwerpunkt auf Heilpflanzen. Der erste Garten lag am Eschenheimer Turm; 1907/08 zogen die Pflanzen an den Rand des Palmengartens um. Die Arbeiten am heutigen Standort begannen 1937. Krieg und Nachkriegszeit verzögerten die Fertigstellung jedoch bis 1958. Im Jahr 2012 übernahm die Stadt den Garten von der Universität. Die Arzneipflanzensammlung macht diese lange Geschichte noch heute anschaulich.