Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald führen euch Waldwege zu nassen, moosreichen Mooren, alten Buchen und Spuren der Kelten. Startet am Nationalpark-Tor Erbeskopf, wenn ihr noch Hilfe bei der Tourenwahl möchtet: In der kostenlosen Ausstellung können Kinder schon auf Entdeckung gehen, bevor es in den Wald geht. Für einen ruhigeren, kürzeren Ausflug könnt ihr direkt zum Start der Inseltour in Thranenweier fahren.
Oft genügen wenige Schritte, und die Landschaft verändert sich. Aus dem schattigen Buchenwald kommt ihr auf eine offene Wiese; ein Holzsteg ermöglicht den Blick ins Moor, ohne die Pflanzen zu zertreten. Rund um die Wildenburg bilden Quarzitblöcke raue Steinhänge, die hier Rosselhalden heißen. Solche Unterschiede zu entdecken kann einen ganzen Ausflug ausfüllen, auch ohne ein großes Tier zu sehen. Die Wildkatzen des Parks leben versteckt. Blätter, helle Birkenstämme und Waldgeräusche findet ihr viel verlässlicher für euer Familien-Naturtagebuch.
Wählt die Runde passend zu eurer Gruppe. Die etwa 2 km lange Inseltour ab dem Parkplatz an der K49 bei Thranenweier verbindet die Lichtung mit dem Dorf, Wiesen, Wald und einen Moorsteg auf überwiegend breiten, wenig steilen Wegen. Am Erbeskopf bietet der etwa 3,6 km lange Naturvielfalts-Pfad Mitmachstationen, ist aber nicht für Kinderwagen geeignet. Die längere Traumschleife Gipfelrauschen ist etwa 7,5 km lang und als mittelschwer eingestuft. Mit Anstiegen und schmalen Naturpfaden führt sie zum Aussichtspunkt Windklang auf dem Erbeskopf. Macht eine dieser Touren zum Mittelpunkt eures Tages, statt zwischen allen drei Nationalpark-Toren hin und her zu eilen.
Der Nationalpark liegt in Rheinland-Pfalz und im Saarland innerhalb des deutlich größeren Naturparks Saar-Hunsrück. Seine drei Nationalpark-Tore bieten unterschiedliche Einstiege: Erbeskopf mit Wald und Mooren, Keltenpark bei Otzenhausen mit keltischer Geschichte und Wildenburg bei Kempfeld mit Felsen und dem benachbarten Wildfreigehege. Das Gehege und das rekonstruierte Keltendorf sind eigene Besucherangebote mit jeweils eigenen Besuchsbedingungen. Vergiss nicht, die Snappit-Naturführer-App mitzunehmen, um einheimische Arten zu scannen.
Der 2015 gegründete Nationalpark schützt eine Landschaft, die Menschen über viele Jahrhunderte geprägt haben. Keltische Befestigungen, alte Kohlenmeilerplätze und Entwässerungsgräben erzählen verschiedene Kapitel dieser Geschichte. Die Entwässerung der Moore, die vielfach aus dem 19. Jahrhundert stammt, machte Flächen für die Forstwirtschaft nutzbar. Heute werden bei der Renaturierung Gräben verschlossen, damit die Feuchtgebiete sich erholen können. Zugleich darf sich immer mehr Wald durch Wachstum, Zerfall und Verjüngung eigenständig entwickeln.