Auf überschaubaren Wanderungen könnt ihr hier Flüsse und Wildtiere entdecken und erfahren, wie die Menschen das Bergische Land geprägt haben. Nehmt euch zunächst ein kleines Gebiet vor: Der Naturpark umfasst rund 2.000 Quadratkilometer, und Hückeswagen, Wipperfürth, Lindlar und Eckenhagen sind jeweils eigene Ausgangspunkte für Ausflüge. Ein gemütlicher Vormittag am Wasser ist ein schöner Einstieg, ohne gleich alle Orte an einem Tag abfahren zu müssen.
Für den ersten Familienausflug bietet sich der Wasserweg in Hückeswagen an. Der Stausee folgt den Biegungen des Tals. An fünf Infotafeln könnt ihr Fragen nachgehen, die den Spaziergang für Kinder spannend machen: Warum wird Wasser aufgestaut? Wohin fließt gebrauchtes Wasser? Und wie lässt sich die Kraft des fließenden Wassers nutzen? Die Maus aus der Sendung mit der Maus begleitet die Erklärungen für Kinder. Nehmt ein Fernglas mit und lasst euch Zeit für Pausen.
An der oberen Wupper lohnt sich auch ein genauerer Blick auf das Leben am Wasser. Schnell fließende Abschnitte bieten Wasseramseln und Blauflügel-Prachtlibellen einen Lebensraum, während ruhige Stauseen überwinternde Tauchenten anziehen. Die Tiere leben frei und nutzen unterschiedliche Lebensräume. Freut euch also über jede Beobachtung, ohne fest damit zu rechnen. In Wipperfürth gibt euch die Ausstellung WupperVielfalt einen guten Einstieg, bevor ihr die öffentlichen Wege am Fluss erkundet.
Eine andere Landschaft erwartet euch bei Eckenhagen in der Branscheider Wacholderheide. Zwischen den Wäldern öffnet sich eine Fläche mit unregelmäßig gewachsenen Wacholderbüschen und niedriger Heidevegetation. Sie bleibt durch gezielte Pflege und Beweidung offen. Schafe oder Ziegen, denen ihr dort begegnet, sind Nutztiere, die bei dieser Arbeit helfen. Lasst die Kinder vom Weg aus Formen und Strukturen vergleichen. Wegen des Aufstiegs ist diese Tour anstrengender als der Wasserweg.
In Lindlar kommt die Erdgeschichte dazu. Die Grauwacke entstand vor etwa 390 Millionen Jahren und verbindet den Ort bis heute mit dem Steinabbau. Im kleinen Bergischen Grauwacke-Museum machen Fossilien sowie Film- und Tonbeiträge diese Geschichte anschaulich. Plant dafür einen eigenen Besuch oder einen gesonderten Stopp auf eurer Fahrt durch die Region ein. Das Museum liegt nicht direkt an einem der beiden hier beschriebenen Wanderwege. Erkunde das Gelände wie ein Profi – lade die Snappit-App herunter, um Tiere und Pflanzen sofort zu bestimmen.
Der 1973 gegründete Naturpark bewahrt eine Landschaft, die von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Industrie geprägt ist. Die Renaturierung der Wupper schreibt diese Geschichte weiter: Im Projekt WupperVielfalt wurden Hindernisse und Uferbefestigungen entfernt, Feuchtlebensräume wiederhergestellt und die Aue aufgewertet. In Branscheid steht eine andere Aufgabe im Vordergrund. Dort wird früheres Weideland offen gehalten, damit die Heidepflanzen nicht unter nachwachsendem Wald verschwinden.