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ParkMecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Naturpark Flusslandschaft Peenetal

Im Peenetal erwarten euch ruhige Wasserflächen, weite Schilfgürtel und Wege, auf denen ihr sehen könnt, wie eine entwässerte Landschaft wieder nass wird.

Über diesen Ort

Im Peenetal erwarten euch ruhige Wasserflächen, weite Schilfgürtel und Wege, auf denen ihr sehen könnt, wie eine entwässerte Landschaft wieder nass wird. Beginnt im Naturparkhaus in Stolpe an der Peene: Interaktive Stationen stellen Tiere und Lebensräume vor. Auf dem Spielplatz draußen können sich Kinder noch einmal bewegen, bevor es weitergeht.

Der Naturpark umfasst eine ganze Flusslandschaft mit vielen Zugängen. Er erstreckt sich auf etwa 334 Quadratkilometern entlang der Peene in Mecklenburg-Vorpommern. Sucht euch für euren Ausflug einen Bereich aus. Stolpe eignet sich zum Kennenlernen, zwischen Liepen und Priemen könnt ihr eine überschaubare Wanderung mit Bohlenwegabschnitten unternehmen. In Menzlin liegen ein renaturiertes Feuchtgebiet und die Spuren eines wikingerzeitlichen Handelsplatzes nah beieinander.

Das Wasser vor euch kann zum Fluss, zu einem alten Torfstich oder zu einem wiedervernässten Polder gehören. Polder sind Flächen, die einst durch Deiche geschützt und für die Landwirtschaft entwässert wurden. Lasst euch an einem Aussichtspunkt Zeit: Ein entfernter Vogel lässt sich vielleicht doch erkennen, und aus einer kleinen Welle wird womöglich ein schwimmendes Tier. Alle sieben hier vorgestellten Tierarten leben frei; eine Sichtung lässt sich nicht versprechen. Die Modelle im Besucherzentrum helfen euch, sie kennenzulernen. Sie sind keine lebenden Ausstellungstiere. Schalte einen interaktiven Feldführer für diesen Ort frei: Hol dir die Snappit-App für unterwegs.

Gletscherschmelzwasser formte das Tal. Im vernässten Boden bildeten sich später Torfschichten. Über Jahrhunderte lebten Menschen hier von Fischerei, Weidewirtschaft und Torfabbau. Eine zunehmend intensive Entwässerung, besonders im 20. Jahrhundert, trocknete große Flächen aus und schädigte sie. Das Naturschutzgroßprojekt von 1992 bis 2009 stellte in weiten Teilen des Tals naturnähere Wasserstände wieder her. 2011 wurde der Naturpark gegründet. Menzlin erzählt eine viel ältere Geschichte: Hier trafen in der Wikingerzeit slawische Besiedlung und skandinavischer Handel aufeinander.

Was ihr hier machen könnt

Für eine Wanderung auf eigene Faust folgt ihr dem Weg vom Hafen Liepen bis zum südöstlichen Ortseingang von Priemen und geht auf derselben Strecke zurück: etwa 1,7 km je Richtung, insgesamt 3,4 km, zuzüglich eures Zuwegs zum Hafen. Bohlenwege überbrücken die nassen Senken, dazwischen führen Wirtschaftswege am Talrand entlang. In Menzlin beginnt und endet die vorab gebuchte, etwa 5 km lange Rangerrunde um den Polder am Hafen. Das Angebot richtet sich an Kinder ab der vierten Klasse und Gruppen ab acht Personen. Die separat buchbare Führung zur Wikingergeschichte umfasst insgesamt etwa 1,7 km ab demselben Hafen und wird schon für Kinder ab dem Kindergartenalter angeboten. Beide Führungen müsst ihr vorher vereinbaren. Wählt diejenige, die zu eurer Familie passt.

Saisonale Infos

Nach dem Öffnungsplan für 2026 ist das Besucherzentrum nur vom 27. Juni bis zum 13. September auch am Wochenende geöffnet. Im Frühjahr und Herbst öffnet es überwiegend an Werktagen; für November bis Februar sind keine regulären Öffnungszeiten veröffentlicht. Prüft die Zeiten vor der Anreise. Für nasse Wege und windige Beobachtungspausen am Wasser sind wasserfeste Schuhe und eine zusätzliche Kleidungsschicht sinnvoll. Beachtet Absperrungen und meidet Waldabschnitte bei starkem Wind.

Barrierefreiheit

Lasst euch vom Naturparkhaus Stolpe den ebenerdigen Zugang, die Verfügbarkeit der barrierefreien Toilette und die Parkmöglichkeiten für euren Besuch bestätigen. Fragt in Menzlin nach dem aktuell nutzbaren barrierefreien Zugang zu den Beobachtungspunkten und ob ihr auf dem befestigten Sandweg Unterstützung braucht. Diese Einrichtungen sind in einem älteren Barrierefreiheitsführer beschrieben; daraus lässt sich keine Barrierefreiheit für die gesamte Polderrunde ableiten. Die Bohlenwege bei Liepen und Priemen sind 1,5 m breit. Verbindungswege und Zuwege müssen für eure Mobilitätsbedürfnisse gesondert geprüft werden. Auch eine kurze Führung eignet sich nicht automatisch für Rollstuhl oder Kinderwagen.

Nicht verpassen

1

Naturparkhaus Stolpe

Lernt die Lebensräume am Fluss anhand interaktiver Stationen und Modelle kennen.

2

Bohlenwege Liepen–Priemen

Überquert nasse Senken, ohne den empfindlichen Moorboden zu betreten.

3

Polder Menzlin

Schaut von öffentlichen Beobachtungspunkten über renaturierte Flachwasserbereiche.

4

Altes Lager

Entdeckt schiffsförmige Steingräber an einem ehemaligen wikingerzeitlichen Handelsplatz.

Spaziergänge und Routen

Von Liepen nach Priemen und zurück

Folgt dem Weg am Talrand vorbei an alten Torfstichen und Wiesen. Über die nassen Senken führen Bohlenwege. Kehrt am Ortseingang von Priemen um und geht auf derselben Strecke zurück.

Beide Bohlenwegabschnitte sind 1,5 m breit. Klärt den Untergrund der Verbindungswege, mögliche Steigungen und den Zugang zum Hafen, bevor ihr die Strecke mit Rollstuhl oder Kinderwagen plant.

Von Liepen nach Priemen und zurück

Mit Rangern um den Polder Menzlin

Bei dieser vorab gebuchten Rangerrunde geht ihr um den wiedervernässten Polder. Unterwegs lernt ihr seine Vögel und Säugetiere sowie die angrenzenden Trockenrasen kennen.

Das Angebot richtet sich an Kinder ab der vierten Klasse und Gruppen ab acht Personen. Fragt, ob die gewählte Strecke zu den Mobilitätsbedürfnissen eurer Gruppe passt. Barrierefreie Beobachtungspunkte bedeuten nicht, dass die gesamte Runde barrierefrei ist.

Mit Rangern um den Polder Menzlin

Menzlin und die Wikingergeschichte

Erkundet mit einem ortskundigen Guide den ehemaligen Handelsplatz, das Gräberfeld und die Wikingerstraße. Die Steinsetzungen laden dazu ein, über Reisen und Handel zu sprechen.

Die Führung wird ab dem Kindergartenalter angeboten. Eine Bewertung für Rollstühle oder Kinderwagen liegt nicht vor. Besprecht eure Mobilitätsbedürfnisse bei der Buchung.

Menzlin und die Wikingergeschichte

Ein entspannter erster Besuch

Verbringt ungefähr eine Stunde im Naturparkhaus Stolpe und draußen auf dem Gelände. Entscheidet danach, ob eure Gruppe noch etwas unternehmen möchte. Mit jüngeren Kindern können der Spielplatz und eine kurze Pause im Freien schon einen gelungenen Ausflug ausmachen.

Ein halber Tag zum Wandern

Wählt den Hin- und Rückweg zwischen Liepen und Priemen und lasst Zeit für einen Imbiss und aufmerksames Beobachten. Alternativ wird eine der gebuchten Menzliner Führungen zum Hauptziel. Alle drei Routenvorschläge zusammen würden aus dem entspannten Ausflug einen deutlich längeren Tag machen.

Aktivitäten

Nasse Senken und trockene Talränder

Vergleicht vom Weg zwischen Liepen und Priemen aus eine nasse Senke mit dem höher gelegenen Talrand. Lasst Kinder beschreiben, wie sich Pflanzenhöhe, Farben und Windschutz verändern, ohne den Weg zu verlassen.

Fünf Minuten für einen Vogel

Sucht euch an einem öffentlichen Beobachtungspunkt in Menzlin einen sichtbaren Vogel aus und schaut, was er tut. Fressen, Gefiederpflege und einfaches Ruhen zählen gleichermaßen. Eine stille Pause verrät oft mehr als eine lange Artenliste.

Ein Schiff aus Steinen verstehen

Schaut euch bei der Wikingerführung die Umrisse der Steinsetzungen an. Warum könnte eine Handelsgemeinschaft ein Schiff als Form für eine Grabstätte wählen? Der Guide kann euch erzählen, was die Steine mit den Menschen von damals verbindet.

Die Landschaft drinnen kennenlernen

Sucht euch anhand der Modelle und interaktiven Stationen in Stolpe einen Lebensraum aus, den ihr an einem anderen Tag draußen entdecken möchtet. Die Dauerausstellung zur Natur eignet sich als Regenziel; die zusätzlichen Kunstausstellungen wechseln.

Tiere, Pflanzen und Lebensräume

Haltet vom Weg aus nach angenagtem Holz Ausschau. An einem ruhigen, zugänglichen Uferplatz könnt ihr in der sommerlichen Dämmerung mit etwas Glück einen schwimmenden Biber sehen. Lasst Uferbereiche und Biberburgen ungestört.

Ein Fischotter wäre ein besonderer Glücksfall. Beobachtet offene Wasserflächen von einem öffentlichen Aussichtspunkt und freut euch über das, was auftaucht, statt geschützte Uferbereiche abzusuchen.

Schaut auch in den Himmel über dem Wasser. Bei einem entfernten Vogel mit breiten Flügeln lohnt sich der Blick durchs Fernglas. Ein Handyfoto allein reicht zur Bestimmung womöglich nicht aus.

Haltet über dem Fluss nach einem vorbeiziehenden, fischenden Vogel Ausschau. Bleibt dabei auf dem öffentlichen Weg und lasst alle Nestbereiche ungestört.

Sucht offene, nasse Flächen mit dem Fernglas ab. Kiebitze können weit vom Weg entfernt sein. Achtet auf ihre Gestalt und Bewegungen, ohne näher heranzugehen.

Achtet auf kleine Seeschwalben, die niedrig über flachem Wasser nach Nahrung suchen. Versucht gemeinsam, sie zu bestimmen: Hier kommen auch andere Seeschwalbenarten vor.

Ein zufälliges Schmetterlingsfoto vom Weg aus kann Freude machen. Vielleicht seht ihr diese seltene Art des Feuchtgebiets. Betretet dafür aber keine Wiese.

Niedermoor und Feuchtwiesen

Grundwassergespeiste Torfböden, Schilf und feuchtes Grünland liegen hier dicht beieinander. Betrachtet sie von Wegen und Plattformen aus. Eine scheinbar feste Pflanzendecke kann sehr nassen Boden verbergen.

Torfstiche und wiedervernässte Polder

Manche Wasserflächen entstanden durch Torfabbau, andere liegen auf früher für die Landwirtschaft entwässertem Land. Ihre unterschiedlichen Formen geben Hinweise darauf, wie Menschen das Tal verändert haben und wie das Wasser zurückgekehrt ist.

Trockenere Talränder

Etwas höher gelegene Flächen tragen Trockenrasen direkt neben der nassen Niederung. Schon auf einem kurzen Spaziergang könnt ihr einen deutlichen Wechsel der Vegetation bemerken.

Schematischer Aquarell-Querschnitt vom quellnassen Talrand über durchströmten Torfboden zum schilfgesäumten Fluss.

Vom Talrand zur Peene: Grundwasser speist das Moor, während flussnahe Flächen auch überflutet werden können. Die vereinfachte KI-Illustration erklärt die Lebensräume; sie zeigt keinen bestimmten Aussichtspunkt.

Illustration: AI-generated for Snappit; factual basis: respective Naturpark / LUNG M-V

Geschichten und Entdeckungen

Ein Fluss kann umkehren

Die Peene hat ein so geringes Gefälle, dass sie zeitweise entgegen ihrer üblichen Richtung nach Westen fließt. Ihr Tal leitete ursprünglich Gletscherschmelzwasser nach Westen ab, bevor Veränderungen des Landes die Hauptfließrichtung umkehrten.

Nasser Boden erfüllt wichtige Aufgaben

Die Renaturierung soll den Torf nass halten und seinen weiteren Abbau begrenzen. Die entstehenden Wasserflächen und Sümpfe bieten zugleich neue Nahrungs- und Rastplätze für Vögel. Der Blick aufs Wasser kann das sichtbare Ergebnis jahrzehntelanger Naturschutzarbeit sein.

Anreise und praktische Tipps

Die praktischen Fragen zuerst

Das Naturparkhaus Stolpe bietet eine Ausstellung, einen Spielbereich draußen und ein Bienenhaus. Fragt das Team nach aktuellen Wegbedingungen und passenden Beobachtungspunkten. Klärt, ob die Toiletten zugänglich sind, und nehmt Trinkwasser mit, statt euch auf eine Einkehr unterwegs zu verlassen.

Ein Zugang, der zu euch passt

Ältere Informationen zur Barrierefreiheit beschreiben in Menzlin eine rollstuhlgerechte Beobachtungsplattform und einen rollstuhlgerechten Turm. Beide sind über einen befestigten Sandweg erreichbar; eine Begleitperson wird empfohlen. Fragt nach, welche Einrichtungen und welcher Zugang aktuell nutzbar sind. Diese Beschreibung gilt nicht für sämtliche Wege um den Polder.

Quellen und hilfreiche Links

Tiere, die ihr sehen könntet

7

Jede Karte verlinkt zu einer vollständigen Entdecken-Seite mit Fotos, Merkmalen und spannenden Fakten.

Snap-Karte für diesen Ort

Beginne mit dem Überblick und zoome dann hinein, um einzelne Tierbeobachtungen rund um diesen Ort zu erkunden.

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Gut zu wissen vor dem Besuch

Nehmt ein Fernglas mit und lasst Kinder abwechselnd einen Vogel zum Beobachten aussuchen.

Bucht Führungen im Voraus. Die Rangerrunde in Menzlin ist ein Gruppenangebot ohne täglichen Treffpunkt zum spontanen Mitgehen.

Nutzt ausgewiesene Parkplätze und rechnet den Zuweg von eurem tatsächlichen Parkplatz oder eurer Bushaltestelle hinzu.

Bleibt in Naturschutzgebieten auf den ausgewiesenen Wegen, führt Hunde an der Leine und lasst Pflanzen und Tiere ungestört.

Nehmt Wasser, einen kleinen Imbiss, Sonnenschutz und Schuhe für nassen Untergrund mit.

Legt mit Booten nur an zugelassenen Häfen oder Rastplätzen an. Paddelt nicht in Schilfgürtel oder Torfstichgewässer.

Lasst Drohnen zu Hause. Stand-up-Paddling ist auf den Seen des Naturparks verboten.

Prüft die gesamte Hin- und Rückfahrt. Zwischen einzelnen Abschnitten des überregionalen Naturparkwegs bestehen noch Lücken.

Häufig gestellte Fragen

Zur Orientierung eignet sich das Naturparkhaus am Peeneblick 1, 17391 Stolpe an der Peene. Fragt dort nach Wegen, die zu den aktuellen Bedingungen passen. Führungen, Bootsverleih und andere Aktivitäten plant ihr separat. Erkundigt euch nach den Buchungsbedingungen und möglichen Kosten.
Der Naturpark nennt Anklam und Demmin als wichtigste Bahnhöfe für die Anreise. Prüft vor der Buchung einer Aktivität die Busverbindung und den Fußweg zu eurem Ausgangspunkt. Mit dem Zug nach Anklam seid ihr noch nicht in Stolpe oder Menzlin.
Vereinbart mit einem örtlichen Verleiher oder Guide eine kurze Tour und besprecht eure Erfahrung, das Wetter, passende Schwimmhilfen und den Rückweg. Das geringe Gefälle des Flusses beseitigt weder Wind noch andere Gefahren beim Bootfahren. Bleibt auf zugelassenen Gewässern und nutzt die vorgesehenen Anlegestellen.
Macht die Ausstellung in Stolpe zum Hauptziel und geht nur noch nach draußen, wenn das Wetter es zulässt. Prüft vorher die Öffnungszeiten, besonders außerhalb des Sommers. Eine Wanderung durchs Feuchtgebiet hebt ihr euch am besten für Bedingungen auf, die eurer Gruppe Freude machen.

Aktuelle Snaps an diesem Ort

Aktuelle Snaps werden hier angezeigt, sobald neue Beobachtungen hinzugefügt werden.

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