Im Naturpark Hirschwald erwarten euch Baumlehrpfade, Kalksteintäler und die Gelegenheit, seltene Fledermäuse beim Verlassen ihres Sommerquartiers zu beobachten. Südlich und westlich von Amberg wechseln sich auf rund 280 Quadratkilometern Wald, Dörfer, Flusswiesen und sonnige Weidehänge ab. Sucht euch für den Tag einen konkreten Ausgangspunkt aus: Ensdorf für eine Baum-Entdeckertour, das Ammerbachtal für eine längere Runde durch die Landschaft oder Hohenburg für einen gut geplanten Fledermausabend.
Der Wechsel zwischen Schatten und offener Landschaft macht einen Teil des Reizes aus. Im Hirschwald selbst führen Wege durch hohen Wald, der einst Jagdgebiet war und Holz lieferte. An der Lauterach wird es mit hellen Kalkfelsen und Wacholderhängen deutlich offener. Weidende Schafe helfen dabei, die blütenreichen Magerrasen vor dem Zuwachsen mit Sträuchern zu bewahren. Lasst die Kinder vergleichen, was auf einer sonnigen Lichtung und was unter den Bäumen wächst, ohne dafür die Wege zu verlassen oder Pflanzen zu pflücken.
In Hohenburg könnt ihr eine besonders bemerkenswerte Tierart kennenlernen. Im Fledermaushaus lebt eine vom LBV geschützte Wochenstubenkolonie der Großen Hufeisennase. Die Fledermäuse leben frei. Bei einer Führung erfahrt ihr mehr über sie und könnt ihren abendlichen Ausflug beobachten, ohne das Quartier zu betreten. Zum Schutz der Tiere gehören auch die Weiden ringsum: Rinder fördern dort Insekten, von denen sich die Fledermäuse ernähren. Fips Nase aus dem Mal- und Rätselbuch des Naturparks ist eine erfundene Lernfigur, die diese echte Fledermausart zum Vorbild hat.
Auch leisere Begegnungen sind möglich. Haltet von öffentlichen Uferwegen aus nach Eisvögeln und Wasseramseln Ausschau oder nehmt euch Zeit an der Beobachtungsplattform bei den Theuerner Teichen. Wenn Kinder Tiere gern aus der Nähe erleben, bietet sich das Waldhaus mit Wildschweingehege, Spielplatz und Gaststätte mit Biergarten an. Die Wildschweine dort werden im Gehege gehalten. Vögel, Fledermäuse und Biber an den anderen beschriebenen Orten leben dagegen wild und lassen sich vielleicht gar nicht blicken. Möchtest du wissen, was für ein Tier das ist? Bestimme jedes gefundene Tier mit der Snappit-App.
Der Naturpark wurde 2006 ausgewiesen. Schon lange zuvor lieferte der Hirschwald Holz und Holzkohle für die oberpfälzische Eisenindustrie und diente den pfälzischen Kurfürsten als Jagdgebiet. Im Ammerbachtal musste die kleine Siedlung Rammertshof der militärischen Nutzung weichen. Später wurde das Gelände zum Ort für Erholung und Naturschutz. Der Ensdorfer Baumlehrpfad erzählt von einem anderen Wandel: Eine ehemalige Gemeindehutung, ein früherer forstlicher Pflanzgarten und die Obstwiesen des Klosters erklären, warum hier so unterschiedliche Bäume nah beieinander stehen.