Im Naturpark Soonwald-Nahe könnt ihr einen Waldtag mit viel Zeit zum Spielen verbringen und beim nächsten Ausflug den Fluss und die Weinberge entdecken. Der 735 Quadratkilometer große Naturpark reicht von den regenreicheren Soonwaldhöhen bis zur wärmeren Landschaft an der Nahe. Sucht euch lieber einen kleinen Bereich aus, statt alles auf einmal sehen zu wollen. Für den ersten Familienausflug bietet sich das Walderlebniszentrum Soonwald in Neupfalz an: Auf dem Spielplatz Wichtelparadies können die Kinder gleich loslegen. Wie weit ihr anschließend laufen möchtet, entscheidet ihr danach.
Unter dem Blätterdach ist der Wald abwechslungsreicher, als es zunächst scheint. Rund um die Glashütter Wiesen öffnen sich Grünlandflächen zwischen den Bäumen. Anderswo sammelt sich Wasser in Bächen, feuchten Mulden und kleinen Teichen. Diese Orte erzählen auch von früherer Arbeit im Wald. Glasherstellung und Köhlerei verbrauchten Holz, Weidetiere prägten lichte Wälder, und die spätere Forstwirtschaft veränderte die Landschaft erneut. Schaut über eine Wiese und überlegt gemeinsam, warum ausgerechnet dort so wenige Bäume stehen.
Im Soonwald leben tatsächlich Wildkatzen. Auf dem Wildkatzenpfad geht es aber vor allem darum, ihren Lebensraum kennenzulernen. Genießt die Mitmachstationen, ohne euch eine Tiersichtung zum Ziel zu setzen. Blumen am Wegrand oder ein Frosch, der zufällig euren Weg kreuzt, sind ein guter Anlass zum Stehenbleiben und Schauen. Die Artenvorschläge beziehen sich auf verschiedene Lebensräume im Soonwald. Sie zeigen, was im weiteren Gebiet vorkommt, und sind keine Liste, die ihr an einem Nachmittag abhaken müsst.
Unten in Bad Sobernheim wird auf dem saisonal geöffneten Barfußpfad aus einer Runde am Fluss ein Ausflug zum Fühlen und Ausprobieren: mit Lehm, wechselnden Untergründen und verschiedenen Möglichkeiten, die Nahe zu überqueren. Plant dafür einen eigenen Tag mit passenden Bedingungen ein. Die Saison 2026 endete am 4. Oktober. Schaut vor eurem Barfußausflug nach, wann der Betreiber die neue Saison ankündigt. Vergiss nicht, die Snappit-Naturführer-App mitzunehmen, um einheimische Arten zu scannen.
Der Naturpark wurde im März 2005 gegründet und im Juni 2014 erweitert. Sein waldreiches Herz hat eine deutlich längere Nutzungsgeschichte: Tiere weideten unter den Bäumen, Holzkohle versorgte das Gewerbe, und Rinde wurde zum Gerben gewonnen. Bei der Wiederaufforstung im 19. Jahrhundert entstanden große Fichtenbestände. Spätere Maßnahmen förderten vielfältigere Wälder und halfen, Wasser in früher entwässerten Bereichen zurückzuhalten. Das LIFE-Projekt Soonwald stellte von 2010 bis 2014 feuchte Lebensräume wieder her und legte Lehrpfade an. So erlebt ihr heute eine Landschaft, in der Naturschutz manchmal bedeutet, alte Bäume in Ruhe zu lassen, und manchmal, eine Wiese durch Pflege offen zu halten.