Im Südharz erzählen die Wanderwege von weißem Gips, verschwundenen Wasserläufen, alten Steinbrüchen und einem See, der durch einen Erdeinbruch entstand. Für einen ersten Besuch mit Kindern, die gern eine richtige Wanderung machen, startet ihr am Infopavillon Hotspot Gipskarst in Niedersachswerfen und folgt den kleinen Salamandern auf den Wegweisern. Wenn ihr es kürzer möchtet, macht den Salzaquellpfad zu eurem Hauptziel.
Hier geht es um den Thüringer Naturpark am südlichen Harzrand mit seinen 267 km². Unterhalb der bewaldeten Höhen liegt ein Gürtel aus Gipskarst. Wasser löst das Gestein und lässt Senken, Quellen und Höhlen entstehen. Auch Wiesen, Äcker und Dörfer gehören zur Landschaft. Wählt für den Tag einen Teil des Naturparks: Niedersachswerfen, Ilfeld, Neustadt und die Salzaquelle haben jeweils eigene Ausgangspunkte.
Auf dem Feuersalamanderpfad kommen mehrere dieser Geschichten zusammen. Ihr kommt am Tanzteich vorbei, steigt durch ehemaliges Steinbruchgelände und erreicht die Aussichtspunkte auf dem Mühlberg. Infotafeln erklären, was ihr unterwegs seht, und eine geschnitzte Salamanderbank lädt zur Pause ein. Das Tier selbst lässt sich weit weniger zuverlässig entdecken. Achtet an einem feuchten Tag auf gelb-schwarze Salamander auf dem Weg, ohne unter Holz zu suchen oder Tiere anzufassen.
Oberhalb von Ilfeld führt euch die Felsen-Tour in eine andere Gesteinslandschaft. Rötliche Vulkanfelsen, steile Waldanstiege und der Poppenbergturm machen sie zu einer lohnenden Wahl für geübte Wanderer. An der Salzaquelle könnt ihr es ruhiger angehen lassen: Folgt dem Wasser und lest die Tafeln im Quellgebiet. Unter der Woche hilft die kleine interaktive Naturparkausstellung in Neustadt jüngeren Besuchern dabei, ihre Entdeckungen draußen mit der Landschaft als Ganzem zu verbinden. Erkunde das Gelände wie ein Profi – lade die Snappit-App herunter, um Tiere und Pflanzen sofort zu bestimmen.
Der Naturpark wurde am 30. Dezember 2010 gegründet. Die menschlichen Spuren in seiner Landschaft reichen viel weiter zurück: Der Feuersalamanderpfad führt durch ehemalige Abbaugebiete, darunter das Gelände eines bis 1967 betriebenen Gipswerks. Der Poppenbergturm stammt von 1894. Heute machen die Wege geologische Vorgänge und frühere Landnutzung gemeinsam sichtbar. Die Bildungsangebote des Naturparks laden dazu ein, genau hinzuschauen und die Lebensräume dabei ungestört zu lassen.