Im Schlossgarten Güstrow könnt ihr einen formalen Garten aus der Nähe entdecken, in dem Blumen, geschnittene Gehölze und die Schlossfassade zusammen ein Bild ergeben. Sucht euch zuerst einen freien Blick über den Hauptgarten südlich des Schlosses und schaut euch dann die Pflanzungen in Ruhe an. Beim Spazierengehen fällt auf, wie sich ein sorgfältig gestalteter Garten aus jedem Blickwinkel anders zeigt.
Das zentrale Parterre besteht aus neun sternförmigen Beeten, zwischen denen Kieswege verlaufen. Aus der Ferne wirkt es wie ein zusammenhängendes Muster; aus der Nähe rücken die einzelnen Pflanzen in den Vordergrund. Lasst die Kinder eine Form aussuchen und mit den Augen nachverfolgen. Oder macht vom selben Standort zwei Fotos: eines vom ganzen Beet und eines von einem Detail. Für ein interessantes Bild müsst ihr die Beete nicht betreten.
Die Lavendelbeete und die in Form gehaltenen Hainbuchenlaubengänge bieten euch zwei ganz unterschiedliche Pflanzenmotive. Schaut einen Moment durch einen belaubten Gang, bevor ihr zu den offeneren Pflanzungen zurückgeht. Ein Wassergraben begrenzt den Garten auf drei Seiten, deshalb lohnt sich auch ein Blick an seinen Rand. Behaltet die Kinder am Wasser bei euch und genießt die Aussicht von den Wegen aus.
Der Garten erinnert an die Renaissance, doch sein heutiges Erscheinungsbild hat eine jüngere Geschichte. In den 1970er-Jahren wurde er anhand historischer Abbildungen neu gestaltet und Anfang der 2010er-Jahre erneut restauriert. Daraus ergibt sich eine spannende Frage für unterwegs: Wie würdet ihr einen verschwundenen Garten nach einem Bild wieder anlegen? Anschließend kann jeder einen eigenen kleinen Garten zeichnen und überlegen, wo Schatten, Blumen und ein schöner Ausblick Platz finden sollen.
Plant den Besuch als Ausflug ins Freie. Das Schloss und seine Dauerausstellung sind wegen umfangreicher Bauarbeiten geschlossen, während der Garten zugänglich bleibt. Für einen längeren Ausflug könnt ihr noch Zeit für die Stadt und eine Cafépause einplanen. Falls das Wetter umschlägt, kommt die nahe Galerie Wollhalle während ihrer Ausstellungszeiten als eigener Programmpunkt im Trockenen infrage. Im geschlossenen Schloss könnt ihr euch nicht vor Regen unterstellen. Möchtest du wissen, was für ein Tier das ist? Bestimme jedes gefundene Tier mit der Snappit-App.
Mit Herzog Ulrichs Schlossbau entstand im 16. Jahrhundert auch ein repräsentativer Lustgarten in Güstrow; 1570 wird er erwähnt. Spätere Herrscher veränderten sein Erscheinungsbild. Nach dem Aussterben der Güstrower Herzogslinie 1695 verfiel die Anlage und wurde später unter anderem für Kleingärten genutzt. Nach einer Neugestaltung anhand historischer Darstellungen öffnete der Garten 1978 wieder. Mit den 2014 abgeschlossenen Arbeiten wurde diese Interpretation aus dem 20. Jahrhundert restauriert, einschließlich der Wege, Pflanzungen und des Laubengangs.