Im Skulpturenpark Katzow könnt ihr erleben, wie anders eine Skulptur auf einer weiten Wiese unter offenem Himmel wirkt. Beginnt am öffentlichen Parkzugang an der Dorfstraße und sucht euch eine Form aus, die euch neugierig macht. Geht darauf zu, bleibt stehen und schaut dann zurück: Der wechselnde Blickwinkel gehört hier zum Vergnügen.
Mehr als 100 Werke verteilen sich auf etwa 20 Hektar. Meist bestehen sie aus Stahl oder Holz, manche auch aus Stein. Einzelne Arbeiten ragen bis zu 18 Meter hoch. Die großen Formen können auch Kindern Spaß machen, ohne dass ihr dafür erst einen kunstgeschichtlichen Vortrag braucht. Jeder sucht sich ein Werk aus und erzählt, woran es ihn erinnert. Vergleicht eure Ideen. Schon eine kleine Auswahl lohnt sich; ihr müsst nicht jede Skulptur finden.
Haltet nach Thomas Radeloffs Drei Figuren Ausschau, mit denen die Geschichte des Parks begann, oder nach Twisted Square von Tomasz Domanski. Eine schöne Fotoaufgabe: Zeigt dieselbe Skulptur mit drei verschiedenen Hintergründen, einmal vor allem mit Himmel, einmal mit Wiese und einmal mit einem weiteren Kunstwerk in der Ferne. Bleibt auf den offenen Besucherwegen und wählt den Bildausschnitt mit der Kamera, statt auf ein Werk zu klettern.
Der begehbare Klangtrichter über einem Weiher bietet einen ruhigeren Zwischenstopp. Wenn der Besucherzugang offen ist, bleibt drinnen kurz still und hört zu. Vergleicht die Geräusche anschließend mit denen draußen. Auch Wasser und Wiese sind eigene Motive: Nehmt erst die weite Landschaft auf und dann eine interessante Oberflächenstruktur, die ihr von eurem Weg aus sehen könnt. Behaltet Kinder am Weiher nah bei euch.
Von Künstlern gestaltete Bänke laden dazu ein, eine Pause einzulegen und über die Sammlung zu schauen. Auch die Kunstscheune gehört zum Ort. Für einen Besuch drinnen solltet ihr aber gesondert planen: Sie wird unter dem Namen SKLUPA für Ausstellungen, Konzerte und weitere Veranstaltungen betrieben. Erkundigt euch nach den tatsächlichen Öffnungszeiten, bevor ihr eine Ausstellung oder eine Einkehr fest einplant. Vergiss nicht, die Snappit-Naturführer-App mitzunehmen, um einheimische Arten zu scannen.
Thomas Radeloff stellte seine Drei Figuren 1991 auf die Wiese. 1992 folgte der erste internationale Bildhauerworkshop, durch den weitere Künstler zu dem wachsenden Projekt stießen. 1993 entstand ein Förderverein. Der Bau der Kunstscheune begann 1994; 1995 wurde sie mit der Abschlussausstellung des Kultursommers Mecklenburg-Vorpommern eingeweiht. Internationale Workshops trugen zum Ausbau der Sammlung bei. Teilnehmer reisten unter anderem aus Taiwan, Peru und Vanuatu an. Seit 2023 wird die Scheune eigenständig unter dem Namen SKLUPA betrieben und vermarktet.