Im Wangeliner Garten könnt ihr entdecken, was Pflanzen alles können: Insekten anlocken, Farben liefern und Menschen zu Erfindungen anregen. Beginnt am Garteneingang, kümmert euch um den Eintritt und sucht euch ein paar Themen aus, die alle interessieren. Auf dem rund 1,5 Hektar großen Gelände lohnt es sich, langsam unterwegs zu sein. Ein Pflanzenschild, ein ungewöhnliches Gebäude oder eine Entdeckung für die Kinder kann schnell zum nächsten Halt werden.
Die Heilpflanzenbeete erzählen von der Geschichte nützlicher Pflanzen. Im Duft- und Färberpflanzengarten könnt ihr euch ihnen auf andere Weise nähern. Überlegt bei den Färberpflanzen, welcher Pflanzenteil wohl Farbe liefert. Sucht im Bionik-Garten nach der Großen Klette und fragt euch, wie eine pflanzliche Struktur als Vorbild für einen technischen Gegenstand dienen könnte. Fotografiert Einzelheiten vom Weg aus und lasst Blätter, Blüten und Samen an den Pflanzen. Eine überlieferte medizinische Verwendung ist interessant zu erfahren, aber niemals eine Einladung, eine unbekannte Pflanze zu probieren.
Nehmt euch im Schmetterlingsgarten ein paar ruhige Minuten. Beobachtet eine blühende Stelle und wartet ab, welche Besucher eintreffen, statt einem Insekt durch die Beete zu folgen. Auf der Streuobstwiese lassen sich andere Beziehungen zwischen Bäumen, Blüten und Insekten entdecken. Der Garten wird schrittweise zu einem Schaugarten für klimaangepasstes, tierfreundliches Gärtnern umgestaltet. Bei einem weiteren Besuch können einzelne Bereiche deshalb anders aussehen.
Für Kinder ist der Maulwurfshügel besonders spannend. In diesem künstlich aufgeschütteten Hügel führen begehbare Gänge unter die Erde. Vergrößerte Modelle von Bodenlebewesen machen anschaulich, was unter unseren Füßen geschieht. Oben steht die Zauberblume, eine riesige Blüte zum Klettern, auf der sich Kinder die Welt aus Hummelsicht vorstellen können. Vom Ausgang der Gänge geht es zum Weidenlabyrinth. Vereinbart einen Treffpunkt, bevor jemand hinter der nächsten Biegung verschwindet, und begleitet die Kinder beim Klettern und Erkunden der unterirdischen Gänge.
Auch die Gebäude verdienen einen Blick. Im Garten und in der benachbarten Bildungsstätte für Lehmbau kommen Lehm, Stroh und wiederverwendete Materialien zum Einsatz. Den achteckigen Innenraum des Cafés könnt ihr möglicherweise bei einer gewöhnlichen Pause kennenlernen. Wenn ihr mehr von den Bauten sehen möchtet, schaut nach einer Architekturführung. Unterkünfte und Arbeitsgebäude stehen nicht alle für spontane Besichtigungen offen. Möchtest du wissen, was für ein Tier das ist? Bestimme jedes gefundene Tier mit der Snappit-App.
Der Garten entstand aus der Arbeit des FAL e.V., eines Vereins, der sich für ökologische und wirtschaftliche Lebensverhältnisse westlich des Plauer Sees einsetzt. Die Gründer Annette und Klaus Hirrich hatten sich in einer Bürgerinitiative gegen einen nahe gelegenen sowjetischen Schießplatz engagiert. Aus ihrem weiteren gemeinschaftlichen Einsatz gingen sowohl der Garten als auch die Europäische Bildungsstätte für Lehmbau hervor. Die Verbindung von Pflanzen, praktischem Bauen und gemeinsamem Lernen prägt den Ort bis heute.