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Riesenotter

Pteronura brasiliensis

Der Riesenotter (Pteronura brasiliensis) ist der längste Otter der Welt und wird einschließlich seines flachen, paddelförmigen Schwanzes 1,5–1,8 m lang. Er lebt in lauten Familiengruppen in Flüssen, Seen und Sümpfen im tropischen Südamerika, ist tagaktiv und frisst vor allem Fisch. Bis in die 1970er-Jahre wurde er wegen seines Fells gejagt. Heute gilt er als stark gefährdet – wegen Lebensraumverlust, Quecksilberverschmutzung durch den Goldbergbau und Konflikten mit Fischern.

Auch bekannt als Ariranha, Flusswolf, Riesenfischotter

3D-Modell wird geladen: Riesenotter …

Seltenheit: Gewöhnlich

Erwachsener

Riesenotter-Fähigkeiten

  • 294 in einem Park erkannte Otter

  • 22 Rufarten bei Erwachsenen

  • 45–65 cm flacher, paddelartiger Schwanz

  • 20–30 m so nah sollte man höchstens heran

  • 2 von 2 Begegnungen, bei denen eine Familie den Jaguar vertrieb

  • 62 % der Duftmarken vom Männchen des Elternpaars

  • 3–4 kg Fisch pro Tag

  • 8 vs. 5 größere Gruppen fangen mehr FischNoch umstritten

Echte Riesenotter

Fotos von Wikimedia Commons. Drei davon können das 3D-Modell umfärben.

  • Ein Riesenotter richtet sich im Wasser auf und zeigt zwei lange cremefarbene Streifen an der Kehle
    ErwachsenerDunkelbraunes Schokoladenfell mit einem großen cremefarbenen Kehlfleck, der in zwei langen Streifen die Brust hinabläuft.1,5–1,8 m und 20–35 kg · eines der beiden ElterntierePeriskop-Haltung im Pantanal: Achte auf das cremefarbene Kehlmuster. Foto: Charles J. Sharp, CC BY-SA 4.0
  • Ein junger Riesenotter mit gesprenkeltem cremefarbenem Lätzchen, Kopf und Brust ragen aus dem Wasser
    JungotterKleiner und etwas heller als die Erwachsenen, mit einem gesprenkelten cremefarbenen Lätzchen, das er seit der Geburt hat.6 Monate bis 1,5 Jahre alt · wird noch von der Familie gefüttertEin Jungotter am Rio Cuiabá im Pantanal. Foto: Charles J. Sharp, CC BY-SA 4.0
  • Ein Riesenotter hält beim Fressen im Wasser einen Fisch in den Vorderpfoten mit Schwimmhäuten
    Mittagszeit: Ein Erwachsener frisst 3–4 kg Fisch am TagFoto: Giles Laurent, CC BY-SA 4.0
  • Zwei Riesenotter ruhen zusammen auf einem Baumstamm am Fluss
    Familienmitglieder ruhen auf einem Baumstamm im PantanalFoto: Charles J. Sharp, CC BY-SA 4.0
  • Ein Riesenotter schwimmt tief im Wasser zwischen Schwimmpflanzen
    Beim Schwimmen im Staatspark Encontro das Águas, BrasilienFoto: Giles Laurent, CC BY-SA 4.0
  • Vier Riesenotter klettern ein sandiges Flussufer hinauf
    Eine Familie geht im Staatspark Cantão in Brasilien an LandFoto: Araguaia.org (Rio Cicica), CC BY 3.0
  • Ein Riesenotter ruft mit offenem Maul beim Schwimmen
    Ein lauter Riesenotter ruft, während er auf ein Boot zuschwimmtFoto: Alastair Rae, CC BY-SA 2.0
  • Mehrere Riesenotter zusammen am Wasserrand zwischen Wasserhyazinthen
    Eine Familiengruppe am Rio Cuiabá im PantanalFoto: Bernard Dupont, CC BY-SA 2.0
  • Ein junger Riesenotter-Welpe sitzt auf einem Felsen
    Erwachsener mit WelpeEin Erwachsener trägt einen kleinen Welpen im Maul. Welpen kommen mit Fell und geschlossenen Augen zur Welt, ihre Kehlzeichnung ist schon zu sehen.Welpen verlassen den Bau mit etwa 2 MonatenEin junger Riesenotter. Foto: Warren Garst, CC BY-SA 4.0
  • Ein Jaguar am Flussufer gegenüber einer Gruppe Riesenotter im Wasser
    Eine Riesenotter-Familie stellt sich im Pantanal einem Jaguar entgegenFoto: Thomas Fuhrmann, CC BY-SA 4.0

Der Riesenotter in Zahlen

Von Forschenden in freier Wildbahn und in Zoos gemessen, mit Vergleichen, die du dir gut vorstellen kannst.

Länge
1,5–1,8 m
Etwa so lang, wie ein Erwachsener groß ist⁠[3, 1, 24]
Gewicht
20–35 kg
Länger als ein Seeotter, aber leichter⁠[3, 11, 2, 21]
Schwanz
45–65 cm
≈ ein Drittel der Gesamtlänge⁠[11]
Familie
2–16
Gruppen von bis zu 20 wurden gemeldet⁠[3, 15]
Nahrung
3–4 kg
≈ 10 % des Körpergewichts⁠[3, 1, 5]
Verdauung
≈3 h
bis eine Mahlzeit durch den Körper gewandert ist⁠[1, 5]
Rufe
22
Rufarten bei Erwachsenen, dazu 11 im Gebrabbel der Welpen⁠[6]
Wurf
1–5
Welpen pro Wurf in freier Wildbahn beobachtet, am häufigsten 2⁠[3]
Neugeboren
150–265 g
Wird 20–35 kg schwer⁠[5, 1]
Höchstalter
15,5 Jahre
in freier Wildbahn (Manu, Peru); 20 Jahre im Zoo⁠[3, 1]

Riesenotter: Mythen und Fakten

Tippe bei jeder Behauptung auf Mythos oder Fakt und prüfe dann die Antwort.

0 von 8 beantwortet

  1. „Der Riesenotter ist der größte Otter, also muss er auch der schwerste sein.“

  2. „Riesenotter lassen sich an den cremefarbenen Zeichnungen an ihrer Kehle unterscheiden.“

  3. „Riesenotter jagen im Team wie ein Wolfsrudel.“

  4. „Riesenotter können bis zu 2,4 m lang werden.“

  5. „Jeder Erwachsene in einer Riesenotter-Familie bekommt Welpen.“

  6. „Kein Tier jagt Riesenotter.“

  7. „Riesenotter fischen die Flüsse leer, sodass für Menschen nichts mehr übrig bleibt.“

  8. „Riesenotter fressen nur Fisch.“

Riesenotter-Rekorde

Superlative und Rekordhalter, jeweils anhand ihrer Quelle geprüft.

  • Längster Otter

    1,5–1,8 m

    Riesenotter

    das längste Mitglied der Marderfamilie, Schwanz eingerechnet⁠[29, 3, 11]

  • Schwerster Otter

    36–45 kg+

    Seeotter (große Männchen)

    kürzer als ein Riesenotter, aber schwerer⁠[21]

  • Größter Otter-Wortschatz

    22 Rufarten

    Riesenotter

    der ruffreudigste und geselligste bisher untersuchte Otter⁠[6]

  • Einziger Otter mit Helfern

    1 von 13 Arten

    Riesenotter

    der einzige Otter, von dem man weiß, dass er gemeinschaftlich Nachwuchs aufzieht: Ältere Junge helfen bei der Aufzucht der Welpen⁠[23, 3]

  • Älteste wilde Riesenotter

    15,5 und 13,5+ Jahre

    Ein Männchen und ein Weibchen im Manu, Peru

    ihr Alter bei der letzten Sichtung: die ältesten in freier Wildbahn erfassten⁠[3]

  • Ältester im Zoo

    20 Jahre

    Ein Männchen am Nationalen Institut für Amazonasforschung in Brasilien

    ein anderes Männchen im Zoo Dortmund in Deutschland wurde 19 Jahre und 8 Monate alt⁠[1]

  • Meiste Welpen eines Paares

    25 Welpen

    Ein Elternpaar im Manu, Peru

    bis zu einem Alter von mindestens 6 Monaten aufgezogen, während das Paar seine Familie anführte⁠[3]

  • Größte bekannte Hochburg

    ≈3.950 Otter

    Brasilianisches Pantanal

    geschätzt entlang von 7.350 km Flüssen⁠[2]

Das Leben eines Riesenotter-Welpen

Vom pelzigen Neugeborenen in einem Uferbau bis zum Elterntier mit eigenem Revier.

  1. Tag 1

    Im Bau geboren

    Nach einer Tragzeit von 64–77 Tagen kommen die Welpen in einem ins Ufer gegrabenen Bau zur Welt. Sie haben Fell und geschlossene Augen und wiegen in Zoos 150–265 g.⁠[3, 1, 5]

  2. ≈2 Wochen

    Erstes Bad

    Wilde Eltern tragen die Welpen im Maul aus dem Bau und tauchen sie am Eingang ins Wasser, noch bevor sich ihre Augen öffnen.⁠[5]

  3. 4–6 Wochen

    Augen auf

    In Zoos öffnen sich die Augen nach 4–6 Wochen. In freier Wildbahn folgen die Welpen ihren Eltern mit etwa 6 Wochen aus dem Bau.⁠[5]

  4. ≈2 Monate

    Mit der Familie unterwegs

    Die Welpen lassen den Bau hinter sich und begleiten die Familie auf Fischzügen.⁠[3, 6]

  5. ≈3 Monate

    Erster Fisch

    Bis jetzt leben die Welpen fast nur von Milch. Die Eltern bringen ihnen kleine Fische, die sie mit Maul und Vorderpfoten packen.⁠[5]

  6. 6–10 Monate

    Erwachsen werden

    Mit etwa 6 Monaten werden die Welpen entwöhnt. Mit etwa 10 Monaten jagen sie so gut wie ihre Eltern und sehen aus wie Erwachsene.⁠[3, 5]

  7. ≈1,5 Jahre

    Helfer der Familie

    Junge Otter bekommen bis zu einem Alter von etwa 1,5 Jahren noch Fisch von der Familie und helfen bei der Aufzucht der nächsten Würfe.⁠[3, 23]

  8. 2,5–3 Jahre

    Auszug von zu Hause

    Im Durchschnitt verlassen Weibchen die Familie mit etwa 2,5 Jahren und Männchen mit etwa 3, um einen Partner und ein eigenes Revier zu finden.⁠[3]

  9. 3–5 Jahre

    Erster Nachwuchs

    Die jüngsten erfassten Eltern waren 3 Jahre alt. Weibchen bekamen ihren ersten Wurf im Durchschnitt mit etwa 4,4 Jahren.⁠[3]

  10. 15+ Jahre

    Ein langes Leben

    Die ältesten bekannten wilden Riesenotter waren 15,5 (ein Männchen) und mindestens 13,5 Jahre alt (ein Weibchen). In Zoos wurden sie bis zu 20 Jahre alt.⁠[3, 1]

Das Familienleben der Riesenotter

Baue, Lagerplätze und stinkende Latrinen: So teilt sich eine Riesenotter-Familie ihren Flussabschnitt.

  • 2–16

    Otter in einer Familie

    Ein Elternpaar und sein Nachwuchs aus mehreren Jahren. Gruppen von bis zu 20 wurden gemeldet; im Manu waren es durchschnittlich 6.⁠[3, 15]

  • 1 Paar

    bekommt die Welpen

    Nur das dominante Weibchen und Männchen pflanzen sich fort. Ältere Geschwister hüten die Welpen, teilen das Futter und bringen ihnen das Fischen bei.⁠[3, 23]

  • 182 Baue

    und 193 Lagerplätze in einem Reservat

    Familien graben Baue ins Ufer und legen Lagerplätze zum Ausruhen und für die Fellpflege an, fast immer weniger als 2 m vom Wasser entfernt.⁠[30, 1]

  • 62 %

    der Duftmarken vom Männchen des Elternpaars

    Familien trampeln Kot, Urin und Duft in gemeinsame Latrinen. Die Gruppen verbrachten bei einer Studie im Pantanal 4,3–44,7 Minuten mit dem Markieren.⁠[10]

  • 4–59×

    größeres Streifgebiet in der Regenzeit

    Wenn die Flüsse über die Ufer treten, folgen die Familien den Fischen in überflutete Wälder, Grasland und Sümpfe und verlassen vorübergehend ihre üblichen Lagerplätze und Baue.⁠[31, 4]

  • 11 von 43

    Bettelversuche erhört

    Als ein altes Elternweibchen namens Cacao keine großen Fische mehr fangen konnte, teilten ihre erwachsenen Jungen das Futter mit ihr: Sie bettelte 43-mal und bekam 11-mal etwas ab.⁠[23]

Sind Riesenotter gefährdet?

Ja. In einigen geschützten Flüssen erholten sich die Riesenotter, nachdem der Pelzhandel endete, doch neue Bedrohungen bedrängen jetzt die Flussufer, auf die sie angewiesen sind.

Rote Liste der IUCN

Stark gefährdet (EN)

Bestand nimmt ab

In Uruguay verschwunden und wahrscheinlich auch in Argentinien, in großen Teilen des Verbreitungsgebiets lückenhaft. Fachleute gehen davon aus, dass die Bestände in den letzten 25 Jahren (etwa drei Otter-Generationen) um mehr als die Hälfte gesunken sind und sich in den nächsten 25 Jahren noch einmal halbieren könnten, wenn die aktuellen Trends anhalten.⁠[32, 2, 33]

Rote Liste der IUCN, Bewertung 2023 (Groenendijk et al.).

Gefahren

  • Der Pelzhandel (früher)≈386.000

    Schätzungsweise 386.000 Riesenotter wurden 1904–1969 im zentral-westlichen brasilianischen Amazonasgebiet wegen ihrer Felle getötet, und Peru exportierte von Mitte der 1940er-Jahre bis 1973 offiziell mindestens 23.162 Felle. Laute, neugierige, tagaktive Familien waren leichte Ziele.⁠[13, 3, 1]

  • Goldbergbau und Quecksilber7,15 µg/g

    Quecksilber, das beim Goldabbau eingesetzt wird, reichert sich in Fischen und dann in Ottern an. Otter im Pantanal hatten im Fell durchschnittlich 7,15 µg/g Quecksilber – mehr als die 1–5 µg/g von Ottern, die fern von Verschmutzung leben, und das sogar etwa 475 km vom Bergbau entfernt.⁠[14, 3, 1]

  • Verlorener und verbrannter Lebensraum

    Staudämme, Abholzung, Straßen und Siedlungen drängen die Flussufer zurück, die Otter brauchen. Nachdem 2020 im Pantanal 3,9 Millionen ha verbrannt waren, zeigten Riesenotter in einer Kamerafallen-Studie den stärksten Rückgang von 35 Arten.⁠[1, 2, 34]

  • Konflikt mit Fischern

    Manche Fischer geben den Ottern die Schuld an leeren Netzen und töten sie. Studien in Brasilien und Kolumbien ergaben, dass Otter und Menschen meist verschiedene Fische fangen.⁠[26, 25, 35]

  • Krankheiten von Hunden5 von 10

    Fünf von 10 in Brasilien getesteten wilden Riesenottern hatten Antikörper gegen das Hundestaupe-Virus, eine Krankheit, die von Hunden übertragen wird.⁠[36, 1]

  • Aufdringlicher Tourismus

    In drei von Touristen stark besuchten Seen zogen Familien etwa ein Drittel weniger Junge groß als erwartet. Mütter mit kleinen Welpen sind besonders empfindlich.⁠[1]

Was hilft

  • Jagdverbote und CITES0 → 41

    Peru verbot 1973 die kommerzielle Jagd, und ab 1975 stoppte das CITES-Abkommen den internationalen Handel mit den Fellen. An Perus Flüssen Yavarí-Mirín und Yavarí fanden Erhebungen 1992–93 keine Otter, 2003–04 aber 41.⁠[3, 13, 37]

  • Geschützte Seen und ruhiger Tourismus7 → 12

    Im Manu-Nationalpark wuchs die Zahl der Familiengruppen zwischen 1991 und 2005 von 7 auf 12. Beobachtungstürme, Bootsbeschränkungen und Mindestabstände lassen Otter und Besucher die Seen gemeinsam nutzen.⁠[3, 1]

  • Zurück nach Argentinien

    Zwei Paare in Zoos gezüchteter Riesenotter wurden zwischen 2019 und 2022 in den Iberá-Feuchtgebieten in Argentinien ausgewildert, wo man die Art für ausgestorben hielt. Zoos auf vier Kontinenten züchten Riesenotter inzwischen gemeinsam.⁠[2, 38]

  • Neuer weltweiter Schutz2026

    2026 nahm die Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) den Riesenotter in beide Anhänge auf, und zwar ab dem 27. Juni 2026, damit Länder ihn über Grenzen hinweg schützen können.⁠[39, 2]

Andere Otter

  • SeeotterStark gefährdet

    Schwerer als der Riesenotter und mit dem dichtesten Fell aller Säugetiere: 500.000 Haare pro cm². Auch ihn hätte der Pelzhandel fast ausgerottet.⁠[40, 41]

  • Eurasischer FischotterPotenziell gefährdet

    Ein kleinerer, meist einzelgängerischer Otter, der sich auf den Britischen Inseln seit den 1980er-Jahren wieder erholt hat.⁠[42, 43]

  • Neotropischer FischotterPotenziell gefährdet

    Teilt sich viele Flüsse mit dem Riesenotter. In den 1950er- bis 1970er-Jahren wurden jedes Jahr mehr als 30.000 wegen ihrer Felle getötet.⁠[44, 45]

Riesenotter, Seeotter und Fischotter im Vergleich

Drei sehr verschiedene Otter: der längste, der schwerste und einer der am weitesten verbreiteten.

Riesenotter, Seeotter und Eurasischer Fischotter im Vergleich
RiesenotterSeeotterEurasischer Fischotter
Wissenschaftlicher Name⁠[11, 40, 42]Pteronura brasiliensisEnhydra lutrisLutra lutra
Lebensraum⁠[1, 40, 42]Flüsse, Seen und Sümpfe im tropischen SüdamerikaKüsten des Nordpazifiks, zum Beispiel in AlaskaSüßwasser und Küsten von Irland bis China und Südostasien
Gesamtlänge⁠[3, 21, 42]1,5–1,8 mbis ≈1,5 m1,0–1,4 m
Gewicht⁠[3, 11, 21, 42]20–35 kgMännchen 36–45 kg oder mehr; Weibchen 23–32 kg4–11 kg
Schwanz⁠[11, 40, 42]45–65 cm, flach wie ein Paddel12–33 cm35–40 cm
Sozialleben⁠[3, 40, 42]Familiengruppen mit 2–16 TierenGruppen aus Männchen oder aus WeibchenMeist allein; Mütter mit Jungen
Hauptnahrung⁠[1, 40, 42]FischMuscheln, Krabben und SeeigelFisch, Krebstiere und Amphibien
IUCN-Status⁠[32, 41, 43]Stark gefährdetStark gefährdetPotenziell gefährdet

Der Riesenotter ist der längste Otter; große Seeotter-Männchen sind die schwersten.

Riesenotter-Quiz

12 Fragen. Jede Antwort steht irgendwo auf dieser Seite.

Frage 1 von 12Punkte: 0

Was unterscheidet jeden Riesenotter von den anderen?

Riesenotter: Feldnotizen

Nahrung, Nahrungsnetz, Sicherheit und Abzeichen aus dem Snappit-Naturführer.

Ernährung und Fütterung

Riesenotter sind erfahrene Fischjäger. Ab und zu fressen sie auch Krabben, Schlangen, Schildkröten und junge Kaimane.

Hauptnahrung

  • Fische
  • Nahrungssuche: Verfolgungsjagd

Ökologische Zusammenhänge

  • JaguarSeltener Fressfeind

    Jaguare erbeuten nur selten Riesenotter. Der erste bestätigte Fall 2015 betraf einen einzelnen Otter, der am Flussufer ruhte.

  • Yacare-KaimanGelegentliche Beute

    Ab und zu fangen Riesenotter junge Kaimane, zum Beispiel Yacare-Kaimane im Pantanal.

  • PfauenbarschJagt

    Riesenotter fangen oft Buntbarsche, die Fischfamilie, zu der auch der Pfauenbarsch gehört.

  • Gefleckter WelsJagt

    Welse sind eine häufige Nahrungsquelle für Riesenotter.

Sicherheit

Gefahr 2/5 · Gering

Riesenotter sind wilde Raubtiere mit kräftigen Zähnen. Beobachte sie nur von einem Boot oder einem Aussichtsturm aus, halte mindestens 20–30 m Abstand und verfolge, füttere oder berühre sie nie. Siehst du einen aus der Nähe, sag einem Erwachsenen Bescheid.

Merkmale

Sammlungen

Systematik

Reich
Animalia
Stamm
Chordata
Klasse
Mammalia
Ordnung
Carnivora
Familie
Mustelidae
Gattung
Pteronura

Auch bekannt als

Ariranha · Flusswolf · Riesenfischotter · Pteronura brasiliensis

Quellen zu diesen Riesenotter-Fakten

46 Studien und Quellen · geprüft am
  1. Duplaix N, Evangelista E, Rosas FCW (2015). Advances in the study of giant otter (Pteronura brasiliensis): ecology, behavior, and conservation: a review. Latin American Journal of Aquatic Mammals 10(2): 75–98.
  2. Convention on Migratory Species (2025). Proposal for the inclusion of the giant otter (Pteronura brasiliensis) on Appendix I and II of the Convention. UNEP/CMS/COP15/Doc.30.2.3 (proponent: France).
  3. Groenendijk J, Hajek F, Johnson PJ, Macdonald DW, Calvimontes J, Staib E, Schenck C (2014). Demography of the giant otter (Pteronura brasiliensis) in Manu National Park, south-eastern Peru: implications for conservation. PLoS ONE 9(8): e106202.
  4. Duplaix N (1980). Observations on the ecology and behavior of the giant river otter Pteronura brasiliensis in Suriname. Revue d'Écologie (La Terre et la Vie) 34(4): 495–620.
  5. Sykes-Gatz S (2005). International Giant Otter Studbook Husbandry and Management Information and Guidelines, 2nd edition. Zoologischer Garten Dortmund (hosted by the IUCN SSC Otter Specialist Group).
  6. Mumm CAS, Knörnschild M (2014). The vocal repertoire of adult and neonate giant otters (Pteronura brasiliensis). PLoS ONE 9(11): e112562.
  7. Mumm CAS, Knörnschild M (2017). Territorial choruses of giant otter groups (Pteronura brasiliensis) encode information on group identity. PLoS ONE 12(10): e0185733.
  8. Hyvärinen H, Palviainen A, Strandberg U, Holopainen IJ (2009). Aquatic environment and differentiation of vibrissae: comparison of sinus hair systems of ringed seal, otter and pole cat. Brain, Behavior and Evolution 74(4): 268–279.
  9. Beichman AC, Koepfli KP, Li G, Murphy W, Dobrynin P, Kliver S, et al. (2019). Aquatic adaptation and depleted diversity: a deep dive into the genomes of the sea otter and giant otter. Molecular Biology and Evolution 36(12): 2631–2655.
  10. Leuchtenberger C, Mourão G (2009). Scent-marking of giant otter in the southern Pantanal, Brazil. Ethology 115(3): 210–216.
  11. IUCN SSC Otter Specialist Group. Giant otter (Pteronura brasiliensis): species page.
  12. Pimenta NC, Antunes AP, Barnett AA, Macedo VW, Shepard GH (2018). Differential resilience of Amazonian otters along the Rio Negro in the aftermath of the 20th century international fur trade. PLoS ONE 13(3): e0193984.
  13. Antunes AP, Fewster RM, Venticinque EM, Peres CA, Levi T, Rohe F, Shepard GH (2016). Empty forest or empty rivers? A century of commercial hunting in Amazonia. Science Advances 2(10): e1600936.
  14. Soresini G, Aguiar da Silva F, Leuchtenberger C, Mourão G (2021). Total mercury concentration in the fur of free-ranging giant otters in a large Neotropical floodplain. Environmental Research 198: 110483.
  15. Leuchtenberger C, Magnusson WE, Mourão G (2015). Territoriality of giant otter groups in an area with seasonal flooding. PLoS ONE 10(5): e0126073.
  16. Leuchtenberger C, Sousa-Lima R, Duplaix N, Magnusson WE, Mourão G (2014). Vocal repertoire of the social giant otter. Journal of the Acoustical Society of America 136(5): 2861–2875.
  17. Bender J (2001). Pteronura brasiliensis (giant otter). Animal Diversity Web, University of Michigan Museum of Zoology.
  18. Leuchtenberger C, Almeida SB, Andriolo A, Crawshaw PG (2016). Jaguar mobbing by giant otter groups. acta ethologica 19(2): 143–146.
  19. Ramalheira CS, Bozzetti BF, da Cruz AD, Palmeirim AF, Cabral MMM, Rosas FCW (2015). First record of jaguar predation on giant otter (Pteronura brasiliensis). Animal Biology 65(1): 81–86.
  20. Rosas FCW, Zuanon JAS, Carter SK (1999). Feeding ecology of the giant otter, Pteronura brasiliensis. Biotropica 31(3): 502–506.
  21. Alaska Department of Fish and Game. Sea otter (Enhydra lutris) species profile.
  22. Schmelz M, Duguid S, Bohn M, Völter CJ (2017). Cooperative problem solving in giant otters (Pteronura brasiliensis) and Asian small-clawed otters (Aonyx cinerea). Animal Cognition 20(6): 1107–1114.
  23. Davenport LC (2010). Aid to a declining matriarch in the giant otter (Pteronura brasiliensis). PLoS ONE 5(6): e11385.
  24. CDC National Center for Health Statistics. FastStats: Body measurements (measured average height of US adults aged 20+).
  25. Rosas-Ribeiro PF, Rosas FCW, Zuanon J (2012). Conflict between fishermen and giant otters Pteronura brasiliensis in Western Brazilian Amazon. Biotropica 44(3): 437–444.
  26. Trujillo F, Caro A, Martínez S, Rodríguez-Maldonado MV (2015). Negative interactions between giant otters (Pteronura brasiliensis) and local fisheries in the Amazon and Orinoco basins in Colombia. Latin American Journal of Aquatic Mammals 10(2): 122–130.
  27. Cabral MMM, Zuanon J, de Mattos GE, Rosas FCW (2010). Feeding habits of giant otters Pteronura brasiliensis (Carnivora: Mustelidae) in the Balbina hydroelectric reservoir, Central Brazilian Amazon. Zoologia (Curitiba) 27(1): 47–53.
  28. Ribas C, Damasceno G, Magnusson W, Leuchtenberger C, Mourão G (2012). Giant otters feeding on caiman: evidence for an expanded trophic niche of recovering populations. Studies on Neotropical Fauna and Environment 47(1): 19–23.
  29. Carter SK, Rosas FCW (1997). Biology and conservation of the giant otter Pteronura brasiliensis. Mammal Review 27(1): 1–26.
  30. Lima DS, Marmontel M, Bernard E (2012). Site and refuge use by giant river otters (Pteronura brasiliensis) in the Western Brazilian Amazonia. Journal of Natural History 46(11–12): 729–739.
  31. Leuchtenberger C, Oliveira-Santos LGR, Magnusson W, Mourão G (2013). Space use by giant otter groups in the Brazilian Pantanal. Journal of Mammalogy 94(2): 320–330.
  32. Groenendijk J, Leuchtenberger C, Marmontel M, Van Damme PA, Wallace R, Schenck C (2023). Pteronura brasiliensis. The IUCN Red List of Threatened Species 2023: e.T18711A244867206.
  33. Grattarola F, Tschernosterová K, Keil P (2024). A continental-wide decline of occupancy and diversity in five Neotropical carnivores. Global Ecology and Conservation 55: e03226.
  34. Loureiro NG, Viana DFP, Noble CD, Porfírio GEO, Moreno WHA, Queiroz MAC, Tonolli GV, Peres CA, Fernandes-Ferreira H (2026). Living in the Pyrocene: assemblage-wide terrestrial vertebrate responses to mega-fires in the Pantanal wetlands. Ecology and Evolution 16(8): e74130.
  35. Lima DS, Marmontel M, Bernard E (2014). Conflicts between humans and giant otters (Pteronura brasiliensis) in Amanã Reserve, Brazilian Amazonia. Ambiente & Sociedade 17(2): 127–142.
  36. Furtado MM, Soresini G, Jácomo ATA, Metzger B, Rosas FCW, Ramalheira CS, et al. (2026). Pathogen surveillance in free-ranging giant otters (Pteronura brasiliensis) in three ecoregions of Brazil. Journal of Wildlife Diseases 62(3): 666–674.
  37. Recharte Uscamaita M, Bodmer R (2010). Recovery of the Endangered giant otter Pteronura brasiliensis on the Yavarí-Mirín and Yavarí Rivers: a success story for CITES. Oryx 44(1): 83–88.
  38. Schikora TF (2020). Giant otter Pteronura brasiliensis breeding programmes: challenges and current developments. International Zoo Yearbook 54(1): 72–79.
  39. Convention on Migratory Species (2026). Appendices I and II of the Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, as amended by the Conference of the Parties in 2026; effective 27 June 2026.
  40. IUCN SSC Otter Specialist Group. Sea otter (Enhydra lutris): species page.
  41. Doroff A, Burdin A, Larson S (2021). Enhydra lutris. The IUCN Red List of Threatened Species 2021: e.T7750A219377647.
  42. IUCN SSC Otter Specialist Group. Eurasian otter (Lutra lutra): species page.
  43. Loy A, Kranz A, Oleynikov A, Roos A, Savage M, Duplaix N (2022). Lutra lutra. The IUCN Red List of Threatened Species 2022: e.T12419A218069689.
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  45. Rheingantz ML, Rosas-Ribeiro P, Gallo-Reynoso J, Fonseca da Silva VC, Wallace R, Utreras V, Hernández-Romero P (2022). Lontra longicaudis. The IUCN Red List of Threatened Species 2022: e.T12304A219373698.
  46. GBIF. Pteronura brasiliensis in the IUCN Red List checklist dataset: vernacular names.

Häufig gestellte Fragen

Wie identifiziert man Riesenotter?

Vergleiche Ohren, Schnauze, Schwanz, Füße und Fellzeichnung. Die Größe ist ohne Vergleichsobjekt in der Nähe schwer einzuschätzen, und Jungtiere haben oft noch nicht die Färbung erwachsener Tiere. Säugetiere bestimmen: Lade ein Foto hoch und vergleiche die sichtbaren Merkmale.

Was ist der/die/das länge von Riesenotter?

150-180 cm

Was ist der/die/das gewicht von Riesenotter?

20-35 kg

Was ist der/die/das lebenserwartung von Riesenotter?

8-20 Jahre

Was frisst Riesenotter?

Riesenotter sind erfahrene Fischjäger. Ab und zu fressen sie auch Krabben, Schlangen, Schildkröten und junge Kaimane.

Wo findet man Riesenotter normalerweise?

Feuchtgebiete

Wie jagt Riesenotter?

Verfolgungsjagd

Was ist der/die/das wurfgröße von Riesenotter?

1-5

Wie groß ist ein Riesenotter?

Erwachsene messen 1,5–1,8 m von der Nase bis zur Schwanzspitze, etwa so viel, wie ein Erwachsener groß ist, und wiegen etwa 20–35 kg. Allein der Schwanz ist 45–65 cm lang. Männchen und Weibchen sind fast gleich groß.

Ist der Riesenotter der größte Otter?

Er ist der längste Otter und das längste Mitglied der Marderfamilie. Der Seeotter ist aber schwerer: Große Männchen wiegen 36–45 kg oder mehr, Riesenotter etwa 20–35 kg.

Warum heißt der Riesenotter Flusswolf?

Lobo de río („Flusswolf“) ist einer seiner spanischen Namen. Wie ein Wolfsrudel lebt, wandert und verteidigt eine Riesenotter-Familie ihr Revier gemeinsam, und Forschende vergleichen sein Fortpflanzungssystem mit dem der Afrikanischen Wildhunde.

Was fressen Riesenotter?

Vor allem Fische wie Trahiras, Buntbarsche, Salmler und Welse: In zwei Ernährungsstudien fand sich Fisch in jeder Kotprobe. Ein Erwachsener frisst etwa 3–4 kg am Tag. Ab und zu fressen sie auch Krabben, Schlangen, Schildkröten und junge Kaimane.

Sind Riesenotter für Menschen gefährlich?

Es sind wilde Raubtiere mit kräftigen Zähnen, und Familien verteidigen ihre Welpen und ihr Revier. Beobachte sie nur von einem Boot oder einem Aussichtsturm aus, halte mindestens 20–30 m Abstand und verfolge, füttere oder berühre sie nie. Siehst du einen aus der Nähe, sag einem Erwachsenen Bescheid.

Warum sind Riesenotter gefährdet?

Die Jagd auf ihre Felle rottete sie bis in die 1970er-Jahre in großen Gebieten aus. Heute sind die Hauptbedrohungen Lebensraumverlust, Staudämme, Quecksilberverschmutzung durch den Goldbergbau, Brände und Dürren, Krankheiten von Hunden und Konflikte mit Fischern. Familien haben nur wenige Welpen, deshalb erholen sich die Bestände langsam.

Wie viele Riesenotter gibt es noch?

Die weltweite Gesamtzahl kennt niemand. Erhebungen deuten auf etwa 4.700 in Brasilien (davon etwa 3.950 im Pantanal) und etwa 1.000 in Bolivien hin, anderswo auf weit weniger. In Uruguay ist die Art verschwunden, in Argentinien wahrscheinlich auch. Dort werden jetzt in Zoos gezüchtete Otter ausgewildert.

Wie unterscheiden Forschende Riesenotter voneinander?

An den cremefarbenen Zeichnungen an ihrer Kehle. Jedes Muster ist anders und von Geburt an vorhanden. Deshalb filmen Forschende die Otter in der Periskop-Haltung und gleichen jede Kehle mit einem Katalog ab, manchmal ein ganzes Otterleben lang.

Wo zu sehen

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