Im Duft- und Tastgarten Papendorf könnt ihr Düften, Oberflächen und kleinen Beobachtungen ebenso viel Aufmerksamkeit schenken wie den Blüten. Wählt zuerst den Zugang, der zu eurer Gruppe passt: Vom oberen Eingang geht es auf einem Wiesenweg bergab, während im unteren Garten gepflasterte Wege an den Pflanzungen entlangführen.
Der etwa einen Hektar große Garten liegt in einer Senke am Dorfrand, direkt neben einem geschützten Feuchtbiotop. Seine Themenbeete zeigen vertraute Gartenkräuter und Pflanzen, die früher zum Kochen, Färben oder als Heilpflanzen genutzt wurden. Um diese Geschichten kennenzulernen, genügt es, die Schilder zu lesen und genau hinzuschauen. Zur Sammlung gehören auch Giftpflanzen. Beschränkt euch deshalb aufs Anschauen und Riechen aus angenehmem Abstand. Berührt nur, was das Gartenteam oder die Hinweise vor Ort ausdrücklich dafür vorsehen. Probiert keine Pflanzen und verwendet sie nicht als Heilmittel.
Mit Kindern bringen der Barfußweg und das Pommersche Labyrinth Abwechslung in den Besuch. Geht den Barfußabschnitt langsam, sofern er offen ist und für euch passt. Am Labyrinth gibt es außerdem einen Stein, in den das gewundene Muster eingraviert ist. So lässt sich seine Form auch mit den Händen erkunden. Einige Pflanzenschilder tragen Brailleschrift, und Hochbeete bringen einen Teil der Pflanzen näher an Menschen heran, die im Sitzen schauen.
Nehmt euch auch am Gartenrand etwas Zeit. Sucht einen angenehmen Platz im öffentlich zugänglichen Bereich und beobachtet im Sitzen oder Stehen, wie die gepflegten Beete in die feuchtere Umgebung übergehen. Vögel und Insekten können Bewegung ins Bild bringen, doch ihr müsst keiner bestimmten Sichtung hinterherlaufen. Bleibt in den Besucherbereichen des Gartens und lasst das Feuchtbiotop ungestört. Besuch geplant? Lade die Snappit-App herunter, um Wildtiere vor Ort in Echtzeit zu bestimmen.
Der Garten entstand aus einer örtlichen Initiative Anfang der 1990er-Jahre. Die Gemeinde stellte Land für einen Schaugarten und für Arbeitsmöglichkeiten nach der Wiedervereinigung bereit. Mirabell e.V. wurde 1997 gegründet und trägt den Garten bis heute durch ehrenamtliches Engagement. Aus derselben gemeinschaftlichen Arbeit ging 2001 die regionale Teegenossenschaft Kräutergarten Pommerland hervor. So verbindet sich die Geschichte der Pflanzen auch mit der Arbeit und dem Lebensunterhalt in der Region.