Im Naturpark Frankenhöhe erwarten euch alte Obstbäume, Eichenwälder und Spaziergänge, bei denen Kinder unterwegs etwas erforschen können. Rund 1.100 Quadratkilometer umfasst diese bewohnte fränkische Landschaft mit Dörfern, Höfen und Flusstälern. Sucht euch für den Tag einen Ausgangsort aus: Burgbernheim für Streuobstwiesen und die Bernatura-Ausstellung oder Colmberg für Waldwege unterhalb und jenseits seiner Höhenburg.
Rund um Burgbernheim stehen hochstämmige Obstbäume locker über die Wiesen verteilt. Darunter haben Blumen Platz, in den Zweigen Vögel. Etwa 30.000 Streuobstbäume gehören zur Stadt. Gerade die knorrigen Stämme lohnen einen zweiten Blick: Vergleicht einen jungen mit einem alten Baum, betrachtet die unterschiedlichen Kronen und entdeckt, was hier neben dem Obstanbau noch alles passiert. Die Obstwiesen werden bewirtschaftet. Bleibt deshalb auf den Wegen und probiert regionale Obstprodukte, ohne einfach von einem Pflückrecht auszugehen.
Auch in Colmberg hängen Bäume und Ernährung eng zusammen. Der alte Eichenwald blieb erhalten, als andere Wälder in Nadelholzbestände umgewandelt wurden: Die Menschen brauchten Eicheln für ihre Schweine. Heute erklärt der Eichenwaldweg diese Geschichte, die Waldbewirtschaftung und die traditionelle Beweidung. Oberhalb des Ortes liegen außerdem zwei eigenständige, kürzere Waldrunden mit festem Belag, regelmäßigen Rastmöglichkeiten und Infostationen. So lässt sich der Ausflug besser an begrenzte Ausdauer oder Mobilität anpassen.
Beim Beobachten von Wildtieren lohnt sich Geduld. Grünspecht und Buntspecht nutzen die Obstbäume des Naturparks, Schwarzspecht und Hirschkäfer seine alten Waldbestände. In passenden Lebensräumen könnt ihr ihnen begegnen; auf jedem Weg damit rechnen solltet ihr nicht. Die weidenden Schafe sind Nutztiere, die bei der Landschaftspflege helfen. Ernie, das Eichhörnchen auf dem Streuobstpfad, ist eine Lernfigur. Ihn auf einer Tafel zu entdecken ist ein anderes Suchspiel als die Beobachtung eines echten Wildtiers. Besuch geplant? Lade die Snappit-App herunter, um Wildtiere vor Ort in Echtzeit zu bestimmen.
Der Naturpark wurde 1974 gegründet. Sein Charakter entstand durch die lange Nutzung der Landschaft: Streuobsthänge, beweidete Wiesen, bewirtschaftete Wälder und Fischteiche liegen neben den Siedlungen. Burgbernheims Obstbautradition reicht bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. In Colmberg half der Wert der Eicheln als Schweinefutter dabei, einen heute mehr als 200 Jahre alten Eichenwald zu erhalten. Diese Landschaft zu schützen bedeutet auch, sinnvolle Nutzungen zu bewahren, von der Beweidung bis zu Produkten aus Streuobst.